Best Practice: Unterricht im Digitalen Raum (DR)
Ziel dieser Seite: Hier sammeln wir kompakte Tipps, Methoden und Gelingensbedingungen für den Unterricht im Digitalen Raum (DR) — synchron und asynchron, an allen Bildungsgängen unseres Berufsschulzentrums. Ziel ist nicht die perfekte Theorie, sondern die pragmatische Umsetzung im Alltag zwischen Metallwerkstatt, Pflegebett und IT-Labor.
Kurzformel für einen guten DR-Tag:
- Klarer Ort
- klares Ziel
- klarer Rhythmus
- erreichbare Hilfe
- sichtbares Ergebnis
- verbindlicher Anschluss
Inhalt
- 1Grundhaltung: E-Moderation
- 2Was einen guten DR-Tag ausmacht
- 3Tagesrhythmus und Rollen
- 4Der synchrone Raum
- 5Der asynchrone Raum
- 6Für die Schüler:innen
- 7Fachspezifische Impulse
- 8Quick-Wins und Tools
- 9Methoden-Baukasten
- 10Aus der Praxis anderer Schulen
- 11Was die Forschung sagt
- 12Checkliste
- 13Quellen
- 14Verknüpfte Seiten
1. Die Grundhaltung: E-Moderation (nach G. Salmon)
Weniger „Lehren“, mehr „Ermöglichen“.
Bevor wir Inhalte vermitteln, müssen wir den Zugang und die Motivation sichern. Gilly Salmons Modell lässt sich für uns auf drei goldene Regeln eindampfen:
Access & Motivation
Kläre vor dem Inhalt die Technik und die Stimmung. Ein Schüler, der nicht ins WLAN kommt oder sich isoliert fühlt, lernt nichts.
Online-Sozialisation
Lernen ist sozial. Baue Brücken zwischen den Lernenden (z. B. durch Partnerarbeit in Breakout-Rooms), bevor sie komplexe Fachinhalte bearbeiten — auch wenn die Schüler:innen sich aus dem Präsenzunterricht kennen, die Situation ist anders.
Wissenskonstruktion
Die Lernenden sollen Inhalte nicht nur konsumieren, sondern produzieren (Texte, Videos, Lösungen) und sich gegenseitig Feedback geben — auch im Online-Unterricht.
2. Was einen guten DR-Tag ausmacht
Acht Qualitätsmerkmale — verbindlich für alle Teams, unabhängig vom Bildungsgang.
- Kompetenzziele statt Stoff-/Aufgabenlisten (fachlich + höchstens 2–3 Querschnittskompetenzen pro Arrangement)
- Erkennbarer Bezug zum Präsenzunterricht — keine digitalen Inseltage (Vorentlastung davor, Anschluss danach)
- Begründete Mischung aus synchron und asynchron — jede Phase hat eine Funktion
- Verbindliche Erreichbarkeit der Lehrkraft (Reaktionszeit, Hilfekanal, Sprechstunde)
- Lernprodukte oder Prozessnachweise statt Dauerüberwachung oder Kamerapflicht
- Transparente Regeln für Kommunikation, Abgabe, Kooperation und KI-Nutzung (KI-Rahmen: KI am BBZ — bes. Recht & Datenschutz und Prüfen & Aufgaben)
- Differenzierung und regelmäßige Rückmeldung
- Regelmäßige Reflexion des Lernprozesses (z. B. Exit-Ticket)
Anti-Muster, die wir vermeiden
- PDF-Paket und Funkstille
- Videokonferenz als Präsenzkopie
- Tool-Parcours ohne Kompetenzgewinn
- unbegrenzte Flexibilität ohne Verbindlichkeit
- Kontrollsimulation durch Login/Kamera
- SOL als Alleinlassen
- digitaler Inseltag ohne Anschluss
3. Ein möglicher Tagesrhythmus — und wer was macht
Beispiel, keine verbindliche Zeitnorm. Die Zeiten müssen zu Bildungsgang, Stundenplan und Lernziel passen.
Grundmuster
- Vorentlastung in Präsenz (vorher): Ziel und Auftrag klären, Werkzeuge einmal einüben, Abgabe und Hilfewege vereinbaren.
- Kurzer synchroner Check-in (bis 20 Min.): Anwesenheit und sozialer Kontakt, Tagesziel, Erfolgskriterien, offene Fragen, Arbeitsplan. Kurz und aktivierend — kein langer Vortrag.
- Asynchrone Fokusphase (der größte Block): selbstorganisierte Arbeit an einer klaren Aufgabe, mit Wahlmöglichkeiten und zusammenhängender Zeit.
- Synchrones Coaching-Fenster (optional): offene Sprechstunde oder Kurzcoachings, Peer-Feedback.
- Abschluss: kurze Sicherung synchron oder als asynchrones Exit-Ticket (drei Sätze, ein Foto).
- Anschluss in Präsenz (danach): Ergebnisse aufgreifen, auswerten, nächster Schritt.
Beispiel-Zeiten für eine Unterrichtseinheit (90 Minuten)
- 07:45–08:05 UhrStartsynchroner Check-in, 20 Min.
- 08:05–08:55 UhrArbeitsphaseasynchrone Fokusphase, 50 Min.
- 08:55–09:15 UhrEnde der StundeSicherung, 20 Min.
| 07:45–08:05 Uhr | Start: synchroner Check-in, Zielklärung, Plan |
| 08:05–08:55 Uhr | Arbeitsphase: Einzel- oder Gruppenarbeit; freiwillige Sprechstunde bzw. feste Coachings nach Bedarf |
| 08:55–09:15 Uhr | Ende der Stunde: Peer-Feedback bzw. kurzer Zwischenstand, Sicherung, Exit-Ticket |
| bis zur Frist | flexible Überarbeitung und Abgabe |
| nächster Präsenztag | fachliche Sicherung und Transfer |
Eine Unterrichtseinheit dauert 90 Minuten. Bei vier oder mehr Unterrichtsstunden ist eine flexible Anpassung der Zeiten möglich. Das Raster ist ein Beispiel; die Zeiten müssen zu Bildungsgang, Stundenplan und Lernziel passen.
Rollen im Team — Funktionen an einem DR-Tag
Normalerweise übernimmt eine Lehrkraft alle Funktionen allein — Unterricht lässt sich meist nicht auf verschiedene Kolleg:innen aufteilen. Die Liste ist deshalb eine Funktions-Checkliste für den DR-Tag; unterrichtet ein Team die Klasse gemeinsam, können die Funktionen aufgeteilt werden.
| Funktion | Was ist zu tun? |
|---|---|
| Check-in moderieren | kurze synchrone Startphase durchführen, Tagesziel und Fragen klären |
| Channel betreuen | Rückfragen im Kurs-Channel innerhalb der vereinbarten Reaktionszeit beantworten |
| Abgabe und Rückmeldung | Arbeitsergebnisse einsammeln, kurze Rückmeldung geben, in Präsenz mit der Klasse auswerten |
| Vertretung | benannte Person, die einspringt, falls jemand ausfällt |
Die Absprache, wer welche Funktion übernimmt, wird zu Beginn des Halbjahres geklärt und steht sichtbar im Channel.
Kommunikation im Channel: Stichworte, Erreichbarkeit, Kalender
- Stichworte nutzen: #Aufgabe, #Info, #Material, #Umfrage, #Kalender — so bleiben Beiträge im Channel auffindbar über die Suche (ausführlich: Good Practice BBZ Cloud).
- Erreichbarkeit signalisieren: Status im schul.cloud-Profil einstellen und Benachrichtigungen steuern — so wissen Schüler:innen, wann du antwortest (siehe Good Practice BBZ Cloud).
- Termine im Kanalkalender eintragen (Check-in, Sprechstunde, Deadline) — der Kalender ist in schul.cloud integriert.
Textbaustein: Ankündigung eines DR-Tags im Channel
Zum Kopieren in den Channel
Morgen ist DR-Tag. Hier der Plan: 1. Check-in um 07:45 Uhr (Link in diesem Channel) — kurz, Kamera an. 2. Danach Arbeitsphase: Auftrag und Material im Moodle-Kurs, Abgabe dort. 3. Fragen? Einfach hier im Channel stellen — Antwort werktags innerhalb von 24 Stunden. 4. Zum Schluss: kurze Sicherung (08:55–09:15 Uhr) — oder Exit-Ticket bis 09:15 Uhr.
4. Der Synchrone Raum (Videokonferenzen)
Zeit für Austausch, Fragen und Beziehung – nicht für Frontalvorträge.
BigBlueButton (BBB) ist unser System — Schüler:innen brauchen keinen eigenen Account. Der Raumlink gehört in die Beschreibung des Kurs-Channels in schul.cloud (Moodle nur als Alternative) — dort sehen ihn alle, und er bleibt für alle DR-Termine gleich.
Der Einstieg (Check-in)
Die 5-Minuten-Ankommensphase
z. B. Musik laufen lassen, während alle eintrudeln. Chat für Smalltalk öffnen („Wie ist das Wetter / die Stimmung auf einer Skala von 1–10?“). Gerne auch eine kleine Umfrage zum Start „Wie fühlen Sie sich heute?“ mit anonymen Antworten.
Kamerapflicht vs. Freiwilligkeit
Tipp: „Kameras an zur Begrüßung und in Breakout-Rooms“. Das wahrt Privatsphäre, sichert aber Verbindlichkeit. Auch individuelle Absprachen sind möglich und sinnvoll, Lerngruppen reagieren jeweils anders.
Aktivierung statt Berieselung
Das Chat-Gewitter
Stelle eine Frage → Alle tippen die Antwort, drücken aber erst auf „Senden“, wenn du das Kommando gibst. Effekt: Alle antworten gleichzeitig, niemand schreibt ab.
Digitale Handzeichen
Nutze die „Daumen hoch/runter“-Funktion für schnelle Stimmungsbilder oder Verständnischecks („Wer hat die Aufgabe im LMS gefunden?“).
Silent Co-Working
15 Minuten Kamera an, Mikro aus, jeder arbeitet an einer Aufgabe. Das schafft Verbindlichkeit durch soziale Kontrolle untereinander.
BBB konkret
- Kurze Blöcke planen: 15 bis 25 Minuten Check-in bzw. Sicherung. Lange Videokonferenzen ermüden schnell.
- Zweck statt Dauer: synchron für Orientierung, kurze Inputs, Rückfragen, Coaching, Zwischenpräsentationen und soziale Verbindlichkeit — nicht für lange Vorträge.
- Zwei Personen im Team: eine moderiert, eine schaut auf Chat und Handzeichen.
- Mikrofone standardmäßig stumm, Töne beim Betreten/Verlassen abschalten, wenn sie stören.
- Bildschirm teilen: Fenster teilen statt ganzen Bildschirm.
- Breakout-Räume mit klarem Auftrag, sichtbarer Zeitangabe und einem benannten Ergebnis pro Raum; vorher die Rückkehr-Regel klären.
- Umfragen direkt in BBB für Stimmungsbild und kurze Entscheidungen; Status-Symbole (Hand heben, Daumen) sind die schnellste Variante.
- Geteilte Notizen für Mitschriften; für dauerhafte Ergebnisse lieber ein Nextcloud-Dokument verlinken.
- Aufzeichnung ist eine Ausnahme: nur mit Einverständnis aller und vorher angekündigt — nie heimlich.
- Technik-Check vorher mit dem eigenen Gerät; Ersatzweg kennen (Browser statt App, Handy, Kopfhörer). Die erste Minute im Check-in nicht für Technikprobleme verbrauchen.
- Rechtzeitig schließen: am Ende kurz zusammenfassen, was bis wann zu tun ist — und den Raum schließen.
5. Der Asynchrone Raum (Moodle / schul.cloud)
Klarheit ist King. Asynchron bedeutet oft: Die Schüler sind auf sich allein gestellt.
Struktur & Aufgabenstellung
Das Sandwich-Prinzip:
- Intro: Video oder kurzer Text (Worum geht es heute? Zeitansatz?).
- Erarbeitung: Material (PDF, Video, Link).
- Output: Was müssen die Schüler tun? (Quiz, Upload, Forenbeitrag).
- Flipped Input: Wissen (Erklärvideo, Text, Podcast) liegt asynchron bereit; die synchrone Zeit bleibt für Übung, Coaching und Besprechung. Umgekehrt gilt: Ein fragend-erarbeitender Einstieg lässt sich online kaum ersetzen — besser Kartenabfrage, Wortwolke oder Chat-Gewitter.
- Deadline-Klarheit: Aufgaben immer mit konkretem Datum und Uhrzeit versehen (z. B. „Dienstag, 18:00 Uhr“).
Selbstorganisation anbahnen, nicht voraussetzen
- Selbstständiges Arbeiten ist lernbar — also anfangs eng begleiten: Planungsraster, Checklisten, Zeitbudgets, Lernjournal.
- Mit wachsender Kompetenz die Hilfen zurückfahren (Kompetenzstufen 1–4, siehe Kompetenzraster im Projekt „Unterricht im Digitalen Raum“).
- Freiheit im Lernort ist kein Aussperren: Wer zu Hause nicht gut lernen kann, kann in der Schule arbeiten (PC-Raum) — das sollte im DR-Plan kommuniziert sein.
Exkurs: TaskCards als visueller Wochenplan
Gegen die „Scroll-Tapete“ im LMS: Struktur durch Spalten.
TaskCards (in unserer BBZ Cloud) eignet sich hervorragend, um Präsenz- und asynchrone Arbeitsphasen übersichtlich zu gestalten. Statt vieler einzelner Dateien verlinkt man nur ein TaskCards-Board.
Der Aufbau
Erstelle für jeden Wochentag (Mo, Di, Mi …) oder jedes Thema eine eigene Spalte.
Der Inhalt
In die einzelnen Kärtchen kommen Arbeitsaufträge, PDFs, Erklär-Videos oder Sprachnachrichten direkt hinein.
Der Vorteil
Die Schüler sehen den gesamten Wochen- oder Themenumfang auf einen Blick („Kanban-Prinzip“) und die LMS-Kursseite bleibt aufgeräumt, auch in intensiven Projektphasen.
Sichtbarkeit der Lehrkraft
Auch wenn du nicht live bist, musst du präsent sein:
- Channel-Feedback: Antworte auf Fragen im Channel binnen 24h (werktags).
- Ankündigungen: Nutze den Channel ggf. für Updates vor den DR-Terminen („Was diese Woche ansteht“).
- Zwischenstände sind willkommen (kurzer Screenshot, Link, zwei Sätze) — sie zeigen, dass gearbeitet wird, und Fehler fallen früh auf.
6. Für die Schüler:innen: Gutes Lernen im DR
Kompakte Fassung — das ausführliche Handout „Gutes Lernen im DR-Unterricht“ liegt im Projektordner bereit.
Ein DR-Tag ist Unterricht — nur an einem anderen Ort: Check-in, Arbeitsphase, Auswertung.
Alles an einem Ort: Ziel, Auftrag, Material, Abgabeweg und Hilfewege stehen im Moodle-Kurs oder Kurs-Channel.
Vorher vorbereiten: Technik prüfen, Auftrag lesen, Fragen notieren.
In der Arbeitsphase: mit Zeitplan arbeiten (z. B. 25 Minuten Arbeit, 5 Minuten Pause), Benachrichtigungen aus, erst selbst nachsehen, dann fragen.
Fragen früh stellen — lieber eine Nachricht zu viel als eine abgebrochene Aufgabe. Antworten kommen werktags innerhalb von 24 Stunden.
Technikprobleme? Nicht abbrechen: Foto der Arbeit abgeben, per schul.cloud melden, auf Papier weiterführen und nachreichen.
Abgabe: am angegebenen Ort, im angegebenen Format, mit Namen und Datum — Deadline ist Datum und Uhrzeit.
KI nur so nutzen, wie die Lehrkraft es für die Aufgabe vorsieht; Nutzung kurz dokumentieren und Ergebnisse prüfen.
Miteinander: freundlich und sachlich schreiben, keine Aufnahmen von Mitschüler:innen, nur die vorgesehenen BBZ-Werkzeuge nutzen.
7. Fachspezifische Impulse (Schwerpunkte)
| Bereich | Best Practice Idee |
|---|---|
| Handwerk & Technik (Metall, Elektro) | Foto-Dokumentation: Schüler fotografieren Arbeitsschritte zuhause (z. B. Skizzen, einfache Reparaturen) und laden diese hoch. Fehlersuche: Zeige ein Bild/Video einer fehlerhaften Schaltung/Schweißnaht via Screensharing – Schüler markieren Fehler (Annotieren-Funktion). |
| Sozialpädagogik & Gesundheit | Fallarbeit im Breakout-Room: Fälle werden in kleinen Gruppen diskutiert (Peer-Learning), Ergebnisse im Plenum präsentiert. Reflexion: Nutzung von digitalen Tagebüchern (Journals) für Praxisphasen. |
| IT & Wirtschaft/Verwaltung | Kollaboration: Gemeinsames Arbeiten in einem Dokument (Word/Excel/TaskCards) in Echtzeit. Screen-Sharing durch Schüler: Schüler zeigt seinen Code/Buchungssätze und erklärt den Rechenweg („Lernen durch Lehren“). |
| Berufsschule (duale Ausbildung) | Betrieb als Lernort einbinden: Ausbildungsnachweis digital führen, betriebliche Aufgaben dokumentieren, Ausbilder:innen über schul.cloud informieren. Prüfungsvorbereitung: Lernpfade und Selbsttests asynchron, Klärung synchron. |
| Ausbildungsvorbereitung (AV) | Niederschwelligkeit: Aufgaben direkt aufs Smartphone (schul.cloud). Sprachnachrichten: Feedback per Audio-Datei ist oft persönlicher und verständlicher als viel Text. Stärkere Struktur: kürzere Arbeitsphasen, engere Begleitung, mehr Check-ins. |
8. Quick-Wins & Tools (Datenschutzkonform!)
Kleine Helfer für den DR-Alltag. Vorrangig nutzen wir unsere integrierten BBZ-Cloud-Lösungen!
BBZ CloudNextcloud (Text, Tabellen, Whiteboard)
Die sichere Alternative zu Google Docs/Etherpad. Für kollaboratives Schreiben, Tabellen und Whiteboards in Echtzeit. Ideal für Gruppenarbeiten. Wir empfehlen Nextcloud statt CryptPad.
BBZ CloudTaskCards
Die DSGVO-konforme Alternative zu Padlet/Miro. Perfekt für digitale Pinnwände, Zeitstrahle, Weltkarten oder Wochenpläne.
BBZ CloudClassroomscreen (im „Apps“-Dropdown)
Das „Schweizer Taschenmesser“ für die Bildschirm-Verwaltung. Bietet Timer, Ampel, QR-Codes, Lautstärke-Messer und Zufallsnamen-Generator auf einer Oberfläche.
BBZ CloudUmfragen
Direkt im schul.cloud-Kurschannel (anonym oder mit Namen) — niedrigster Aufwand; für mehrteilige Abfragen Nextcloud Forms (in der BBZ Cloud, Auswertung als Tabelle).
externFrag-jetzt ↗
Für komplett anonyme Fragen der Schüler an die Lehrkraft (senkt die Hemmschwelle bei Schamgefühl oder großen Gruppen).
externWheel of Names ↗
Bunter, gamifizierter Zufallsgenerator für faire Auswahl (Präsentation, Rollen, Reihenfolge).
Datenschutz: nur Vornamen oder Gruppennummern eintragen, keine weiteren Angaben; lokal im Browser speicherbar, kein Konto nötig. Alternative ohne Fremdseite: Namensliste im Classroomscreen.
9. Methoden-Baukasten (aus dem beWirken-Methodenbuch)
50 Methoden für digitalen, hybriden und Präsenzunterricht — hier eine Auswahl, direkt einsetzbar. Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0 DE.
Struktur für synchrone Phasen: WIRT
- WWarm-up
(Ankommen) - IInteraktion
(inhaltliche Arbeit) - RReflexion
- TTransfer
Deckt sich mit unserem Check-in → Arbeitsphase → Auswertung → Präsenzanschluss.
Check-in (Auswahl)
- Drei Hashtags: schneller Check-in mit Zettel in die Kamera (3 Min.).
- Emoji-Stimmungsbild: Stimmung zeichnen (2–5 Min.).
- Digitale Umfrage: schneller Check-in für große Gruppen (5–15 Min.).
- Lagerfeuer: gemeinsamer Kreis-Check-in (5–30 Min.).
Arbeitsphase (Auswahl)
- Stille Diskussion: schriftlicher Austausch auf einem Board — ohne Sprechen (20–40 Min.).
- Gallery Walk: virtueller Rundgang durch Ergebnisse (ab 15 Min.).
- Webquest: strukturierte Internet-Recherche mit Lernarrangement (ab 30 Min.).
- Lernboard/Kanban: selbstorganisiertes Lernen mit „Geplant – In Umsetzung – Erledigt“ (technisch bei uns: TaskCards).
Check-out (Auswahl)
- Blitzlicht: schnelle Rückmeldung, ein Satz pro Person (5–10 Min.).
- Fünf-Finger-Feedback: Feedback über die 5 Finger (5–15 Min.).
- Eine-Minute-Bericht: Was gelernt? Was offen? Was nächstes Mal? (5–10 Min.).
- Skala-Aufstellung: Positionierung auf visueller Skala zu Stimmung oder Wissen (3–15 Min.).
Mehr Methoden und Vorlagen: beWirken-Methodenbuch (im Digitalisierungs-Ordner der Schule vorhanden; Vorlagen unter bewirken.org/buch-material).
10. Aus der Praxis anderer Schulen
Übertragen wird das Prinzip, nicht der Stundenplan — unsere Bildungsgänge sind verschieden.
Sekundarschule Bismark (Sachsen-Anhalt)
Ein Digitaltag alle zwei Wochen, Aufgaben über Moodle mit Chat-Erreichbarkeit, Nacharbeit in der Präsenzwoche (niemand bleibt zurück), PC-Raum für Schüler:innen ohne häusliche Technik, Eltern vorab informieren.
Hardtschule Durmersheim (Baden-Württemberg)
Verbindliches Video-Meeting am Morgen und Abschluss-Meeting am Ende, Lernplattform mit selbst gewählten „Lernjobs“, Lehrkräfte in fachbezogenen Videoräumen erreichbar, Geräteverleih.
Carl-Benz-Schule Koblenz (BBS Technik, IT-Berufe)
Blended Learning wird über die Ausbildungsjahre schrittweise gesteigert (Grundstufe >80 % Präsenz, Fachstufe 2 >50 % Online), mit verpflichtenden Schüler-Schulungen zu Schuljahresbeginn und Best-Practice-Konferenzen im Kollegium.
Blending4Futures (Berlin, berufliche Schulen)
Selbststeuerung wird entwickelt, nicht vorausgesetzt; Lernort-Freiheit nach Ampelsystem (Klassenraum → Schulgebäude → selbstgewählter Ort) — mit der Option, in der Schule zu lernen.
Schulversuch „Distanzunterricht in der Berufsschule“ (Brandenburg)
Asynchrone Phasen gelingen durch kompetenzorientierte Lernpfade, abgestimmte Tools und Interaktion (auch asynchron, z. B. Peer-Feedback); synchron für standortübergreifende Klassen.
Handreichungen der Länder
NRW („chancengerechte Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht im Berufskolleg“, 2024 — mit Verhaltenskodex je Bildungsgang) und Baden-Württemberg („Unterrichten auf Distanz an beruflichen Schulen“, 2024 — mit Flipped Input und Tiefenstrukturen wirksamen Unterrichts).
Links in der Quellensammlung unten.
11. Kurz: Was die Forschung sagt
Kompakt — für die, die es genauer wissen wollen.
- Online lernen ist mindestens gleichwertig, wenn es gut gestaltet ist — Meta-Analysen (u. a. Means et al. 2013) finden keine Nachteile gegenüber Präsenz, teils leichte Vorteile. Entscheidend ist die Qualität der Gestaltung, nicht das Medium.
- Synchronizität bringt soziale Präsenz — synchrone Webinare schneiden bei Lernergebnis und Zufriedenheit leicht besser ab (Gegenfurtner & Ebner 2019). Kurze synchrone Phasen sind lernwirksam, nicht Luxus.
- Selbstregulation ist der kritische Faktor — Lernende mit wenig Selbststeuerung brauchen mehr Struktur (Jansen et al. 2019). Deshalb: Hilfen abstufen, nicht voraussetzen.
- Corona-Review (97 Studien, ~256.000 Befragte): 35 % der Schüler:innen kamen mit Fernunterricht nicht gut zurecht; häusliche Ressourcen waren mitentscheidend (ZfE 2021). Deshalb: PC-Raum-Option und erreichbare Hilfe sind Chancengerechtigkeit, nicht Nettigkeit.
- Rahmenwerke: KMK „Lehren und Lernen in der digitalen Welt“ (2021); KMK-Empfehlung „Digital gestützter Unterricht in den Bildungsgängen der beruflichen Schulen“ (2024); E-Moderation nach Gilly Salmon; SAMR und die 4K (Kritisches Denken, Kreativität, Kommunikation, Kollaboration).
12. Checkliste: Ist mein DR-Unterricht schüleraktivierend aufgebaut?
Die Haken bleiben in deinem Browser gespeichert (nur auf diesem Gerät, nichts wird an den Server geschickt).
Vor dem DR-Tag
Während des DR-Tags
Nach dem DR-Tag
Kurz-Check für Schüler:innen
13. Quellen
- KMK: Lehren und Lernen in der digitalen Welt (2021) ↗PDF
- KMK: Empfehlung zur Organisation von digital gestütztem Unterricht in den Bildungsgängen der beruflichen Schulen (21.03.2024) ↗PDF
- NRW: Handreichung zur chancengerechten Verknüpfung von Präsenz- und Distanzunterricht im Berufskolleg (2. Aufl. 2024) ↗PDF
- Baden-Württemberg: Unterrichten auf Distanz an beruflichen Schulen (2024) ↗PDF
- Review: Was wissen wir über schulische Lehr-Lern-Prozesse im Distanzunterricht während der Corona-Pandemie? (ZfE 2021) ↗Springer
- beWirken: Das Methodenbuch für digitalen Unterricht (CC BY-NC-SA 3.0 DE) ↗bewirken.org
14. Verknüpfte Seiten
- Good Practice BBZ Cloudschul.cloud, Moodle, BBB, TaskCards im Alltag (Stichworte, Links, Erreichbarkeit, Rechte)
- Anleitung BigBlueButton · Anleitung TaskCards · Onboarding LehrkräfteAnleitungen zu den Werkzeugen
- Moodle · schul.cloud · NextcloudDie Plattformen der BBZ Cloud
- KI am BBZGrundlagen, Prompting, Recht & Datenschutz, Prüfen & Aufgaben, Medienethik
- LernprodukteMaterialien und Tools, die nicht mit BBZ-Apps erstellt werden
Mitmach-Aufruf: Hast du eine Idee oder einen Fehler gefunden? Schreibe eine Nachricht an dennis.clausen@bbz-rd-eck.de!