KI verstehen: Grundlagen
Was steckt hinter ChatGPT & Co.? Wie „lernt“ eine KI, wo liegen ihre Grenzen und warum gehört das Thema in den Unterricht? Diese Seite erklärt die Grundlagen kurz und verweist auf die Materialien des Schulentwicklungstags.
Kurz erklärt
🧠 Was ist KI?
Künstliche Intelligenz ist ein Bereich der Informatik, der Maschinen und Software dazu befähigt, menschenähnliche Intelligenz und Fähigkeiten zu simulieren. Alles, was wir heute nutzen (ChatGPT, DALL·E, DeepL, Alexa), gilt als „schwache KI“: Die Systeme erfüllen eine bestimmte Aufgabe, ohne wirklich zu „verstehen“.
⚙️ Wie funktioniert ein Chatbot?
Textgenerierende KI ist ein künstliches neuronales Netz mit Eingabe-, Zwischen- und Ausgabeschicht. Es berechnet nach Wahrscheinlichkeiten das jeweils nächste passende Wort, ähnlich wie die Textvorschläge am Smartphone. Deshalb kann dieselbe Frage jedes Mal eine andere Antwort ergeben, und die Antwort hängt auch vom bisherigen Gespräch ab (→ Prompting).
📚 Wie lernt KI?
Die KI wird mit riesigen Datenmengen trainiert (Gewichte werden eingestellt, richtige Antworten „gelobt“), mit Testdaten geprüft und mit neuen Daten weiter verbessert. Je besser und vielfältiger die Daten, desto besser das Ergebnis. Das GPT-Modell hinter ChatGPT wurde laut Handreichung des Landes mit rund 2 Terabyte Text trainiert.
⚠️ Wo sind die Grenzen?
- Halluzinationen: falsche Fakten und erfundene Quellen, die überzeugend klingen
- Datenbasis: veraltet oder lückenhaft, überwiegend englischsprachig geprägt
- Verzerrungen (Bias): Stereotype aus den Trainingsdaten werden übernommen
- Rechnen: keine mathematische Genauigkeit ohne Zusatzwerkzeug
- Deepfakes: täuschend echte Bilder, Audio und Videos
Merksatz aus dem Workshop: Die KI erledigt etwa 80 % einer Aufgabe sehr gut, die letzten 20 % (Korrektur, Prüfung und Feinschliff) liegen bei uns. Antworten eines Sprachmodells dürfen nie ungeprüft übernommen werden.
Drei Blickwinkel auf KI im Unterricht
Lehren mit KI
KI in der Unterrichtsvorbereitung und im Unterricht einsetzen: Material erstellen, differenzieren, planen.
Lernen mit KI
Lernende nutzen KI in Lerntools, zum Beispiel als Tutor, Schreibbuddy oder Ideengeber.
Lernen über KI
Funktionsweise, Chancen, Risiken und Ethik von KI zum Unterrichtsgegenstand machen.
Die Handreichung des Landes ergänzt das um das Dagstuhl-Dreieck. Danach sollte KI aus drei Perspektiven betrachtet werden, die zusammengehören:
| Perspektive | Leitfrage | Beispiel im Unterricht |
|---|---|---|
| Technologisch | Wie funktioniert das? | Warum sind die Antworten von ChatGPT manchmal fehlerhaft? |
| Anwendungsorientiert | Wie nutze ich das? | Mit welchen Eingaben erhalte ich besonders gute Ergebnisse? |
| Gesellschaftlich-kulturell | Wie wirkt das? | Welche Berufe und Tätigkeitsfelder profitieren von KI? |
Was KI im Unterricht verändern kann
Der Impulsvortrag zum Schulentwicklungstag startete mit einem Gedankenexperiment: Das Jahr 2030, intelligente Assistenzsysteme haben flächendeckend im Unterricht Einzug gehalten. Genannt wurden unter anderem:
- Kollaboratives Lernen gewinnt an Bedeutung
- Der Zugang zu Wissen wird (noch) einfacher, das Einordnen von Wissen und Quellen (noch) wichtiger
- KI muss sinnvoll in den Unterricht eingebunden werden
- Lebenslanges Lernen und Orientierungswissen bekommen mehr Gewicht
- Neue Aufgabenformate: Aufgaben „von KI unterstützen lassen“ oder „an KI delegieren“
Digitale Kompetenzen (KMK)
Der Umgang mit KI fördert besonders diese Kompetenzbereiche aus dem KMK-Rahmen „Kompetenzen in der digitalen Welt“:
| Bereich | Bezug zu KI |
|---|---|
| K1 Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren | Informationsquellen und KI-Suchergebnisse kritisch bewerten |
| K3 Produzieren und Präsentieren | Inhalte mit KI weiterverarbeiten und in bestehendes Wissen integrieren |
| K4 Schützen und sicher Agieren | Risiken und Gefahren in digitalen Umgebungen kennen |
| K5 Problemlösen und Handeln | Digitale Lernmöglichkeiten bewerten, Funktionsweisen verstehen |
| K6 Analysieren und Reflektieren | Chancen und Risiken des Mediengebrauchs erkennen, eigenen Gebrauch reflektieren |
Die Materialien
Impulsvortrag: Die Zukunft der beruflichen Bildung – KI als Herausforderung und Chance
Der Einstieg in den Schulentwicklungstag: Tagesablauf, ein Blick ins Jahr 2030 und die Frage, wie sich Unterricht und Aufgabenformate durch KI verändern.
- Gedankenexperiment „Das Jahr 2030“
- Wie funktioniert generative KI? (Schaubild)
- Neue Aufgabenformate: von KI unterstützen lassen oder an KI delegieren
- Was sich im Unterricht ändern kann
👁 Direkt hier lesen
Chatbots und andere KI
Ein praxisnaher Workshop mit vielen Erprobungsphasen: Er erklärt KI, ordnet sie im Bildungskontext ein und lässt direkt mit Chatbots, Bild-KI und Dokumenten arbeiten.
- Was ist KI und wie funktioniert sie?
- KI im Bildungskontext: Lehren mit, Lernen mit, Lernen über KI
- Digitale Kompetenzen nach KMK
- Prompting, Aufgaben für Lehrende, Herausforderungen (Halluzinationen, Deepfakes)
- Erprobungsaufgaben: Bilder erstellen, Texte zusammenfassen, KI erkennen
Grundlagen zu KI und KI in fobizz
Eine kompakte Einführung: Wie funktioniert textgenerierende KI, wie formuliert man Prompts und Rollenbeschreibungen, und wie lässt sich fobizz im Unterricht nutzen?
- Funktionsweise textgenerierender KI
- Prompting-Regeln und Rollenbeschreibungen
- Beispiele zur Unterrichtsvorbereitung (Makro- und Mikroplanung)
- fobizz-Klassenräume für 24 Stunden oder ein Schuljahr
- Überarbeitung schulinterner Curricula mit KI
👁 Direkt hier lesen
KI@Schule – Tipps zur ersten Orientierung für Schulen
Die offizielle Handreichung des Landes: verständliche Grundlagen, rechtliche Hinweise und viele Ideen für den Einsatz im Unterricht, am Beispiel ChatGPT.
- Was ist KI, wie lernt ein Sprachmodell?
- Datenschutz- und schulrechtliche Aspekte (eigenständige Leistung, Kennzeichnung, Bewertung)
- Beispiele und IQSH-Methodenkarten: Schreibprozesse, Faktencheck, Suchen mit Sprachmodellen
- Pädagogische Relevanz: Sprachmodelle als Unterrichtsgegenstand, Dagstuhl-Dreieck
👁 Direkt hier lesen
Die Zusammenfassungen fassen die verlinkten Dokumente sinngemäß zusammen; maßgeblich sind die Originale. Prozessverantwortlich: Dennis Clausen, dennis.clausen@bbz-rd-eck.de